ITB Berlin, Internorga und 370GRAD – drei Fachmessen, ein Signal: Die Reise- und Hospitality-Branche setzt trotz aller Unsicherheiten auf persönlichen Austausch, technologische Innovationen und neue Formate.

Fotocredits: Messe Berlin (ITB); Rene Zieger/Hamburg Messe + Congress (Internorga); LuxSpots (370GRAD)
Es war ein Monat, der die gesamte Bandbreite der Hospitality- und Tourismusindustrie zeigte. Drei Fachmessen in zwei Städten, tausende Gespräche und ein klares Bild am Ende: Beide Branchen wollen raus aus dem Krisenmodus. Berlin und Hamburg waren im März 2026 einmal mehr die wichtigsten Seismografen des globalen Reise- und Gastgewerbes. Was die Veranstaltungen inhaltlich voneinander unterscheidet, verbindet sie in einem wesentlichen Punkt: Der Wille zur Resilienz und Zusammenkunft ist ungebrochen.
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ITB Berlin 2026: Sechzig Jahre, 47 Milliarden und Angola als Gastland
Wer verstehen will, in welcher Verfassung sich die internationale Reisewirtschaft befindet, muss zur Internationalen Tourismus-Börse (ITB) nach Berlin. Vom 3. bis 5. März feierte sie mit dem diesjährigen Gastland Angola unter dem Motto „Discover the stories behind 60 years of legacy“ ihr 60-jähriges Bestehen. 5.601 Aussteller aus 166 Ländern und rund 97.000 Teilnehmende waren Teil davon. Die Aussteller realisierten im Rahmen der Messe Geschäftsabschlüsse und Einkaufsentscheidungen mit einem Volumen von 47 Milliarden Euro.
Diese Zahlen sind umso bemerkenswerter, da die Messe unmittelbar von geopolitischen Spannungen beeinträchtigt wurde. Der anhaltende Nahost-Konflikt führte zu eingeschränkten Flugverbindungen und drückte die Besucherzahlen knapp unter das Vorjahresniveau. Dass die Messe dennoch nahezu unbeeindruckt blieb, unterstreicht ihre Relevanz als internationaler Orientierungspunkt in unsicheren Zeiten.
Dr. Mario Tobias, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Berlin, brachte es auf den Punkt: „Auch in ihrem Jubiläumsjahr brachte die ITB Berlin Märkte zusammen, ermöglichte Gespräche über gemeinsame Perspektiven und zeigte gerade in Zeiten geopolitischer Spannungen – insbesondere im Nahen Osten – ihre Bedeutung für internationalen Austausch und Zusammenarbeit. Als Spiegel der Branche bot sie einen verlässlichen Rahmen, in dem Kontakte geknüpft, Ideen ausgetauscht und Geschäfte angestoßen werden konnten.“
ITB Berlin Kongress: Leading Tourism into Balance
Der ITB Berlin Kongress unterstrich mit über 24.000 Besucherinnen und Besuchern aus aller Welt auch 2026 seinen Anspruch als führendes internationales Diskussions- und Wissensforum der Branche. Unter dem Motto „Leading Tourism into Balance“ diskutierten über 400 Top-Speaker in 200 Sessions und 17 Thementracks über Künstliche Intelligenz, nachhaltiges Wachstum, neue Marktstrukturen, Resilienz sowie die Verantwortung von Unternehmen und Destinationen.
Weitere Informationen zur ITB Berlin erhalten Sie unter: https://www.itb.com/de.
Internorga 2026: Aufbruchsstimmung in der Gastrowelt trotz Gegenwind
Wenn Hamburg knapp zwei Wochen später zur Welthauptstadt des Gastgewerbes wird, gibt die Internorga den Takt vor. Vom 13. bis 17. März öffnete die internationale Leitmesse für Hospitality und Foodservice auf dem Hamburger Messegelände ihre Tore und zog trotz des weiterhin herausfordernden Branchenumfelds durch Kostendruck, Fachkräftemangel und Digitalisierungstempo eine bemerkenswert positive Bilanz.
Die Eckdaten: mehr als 1.200 Aussteller, rund 85.000 Fachbesucher und eine im Vergleich zum Vorjahr gewachsene Ausstellungsfläche. Vier Nationenpavillons und ein internationaler Ausstelleranteil von 25 Prozent unterstrichen das hinzugewonnene globale Interesse an der Messe. Laut einer unabhängigen Marktforschungserhebung zeigten sich 92 Prozent der Besucher sehr zufrieden mit dem Angebot und 94 Prozent würden die Fachmesse weiterempfehlen.
Neue Formate, neue Themen und eine Neustrukturierung der Ausstellungsflächen
Das Herzstück der diesjährigen Internorga war die neu strukturierte Halle B5. Erstmals seit sechs Jahren präsentierten sich hier wieder Aussteller aus dem Bereich Start-ups & Drinks sowie eine Newcomers-Area, der Trendbereich Future Food und eine eigene Bühne für Foodlab-Formate. Ergänzt wurde das Angebot durch die Themen Robotics und einer Deep Dive Area sowie die Afterwork‑Lounge OFF THE RECORD, die an drei Abenden zusätzliche Networking‑Möglichkeiten bot. Bemerkenswert war auch der neue Fokus auf Wein: Die Premiere der WeinWelt in Kooperation mit weinWEBER brachte rund 30 Winzer auf die Messe.
Mit der Neustrukturierung der Ausstellungsbereiche gewann Living & Dining deutlich an Fläche und war 2026 erstmals in fünf Hallen vertreten. So erhielten Einrichtung, Ausstattung und zukunftsweisende Hospitality-Konzepte noch mehr Aufmerksamkeit, flankiert von der neuen Green Hospitality Conference zu nachhaltigen Ansätzen.
Sechs Trends, die die Branche bewegen
Sechs Schwerpunkte dominierten die Ausstellungshallen und zeichneten das Bild einer Branche, die trotz Fachkräftemangels und Kostendrucks den Innovationsmotor nicht abstellt: Nachhaltigkeit und Zero Waste, KI-gesteuerte Küchentechnologien und Serviceroboter, pflanzliche Ernährung als Mainstream, Erlebnisgastronomie mit interaktiven Konzepten, Smart Hospitality mit kontaktlosem Check-in und digitalen Raumsteuerungen sowie neue fermentierte Produkte und funktionelle Lebensmittel.
„Für mich ist das in diesem Jahr ganz klar ein Sinnbild für Innovationskraft, Aufbruchsstimmung und die enorme Energie, die diese Messe und die gesamte Branche auszeichnet“, sagt Matthias Balz, Director Internorga.
Weitere Informationen zur Internorga erhalten Sie unter: https://www.internorga.com/.
370GRAD 2026: Qualität statt Quantität. Hamburgs exklusivster Branchentreff wächst
Parallel zur Internorga etablierte sich die 370GRAD (13.–16. März 2026) im Empire Riverside Hotel endgültig als exklusives Gegenstück zum Messetrubel. Mit nur rund 130 kuratierten Ausstellern setzte der Veranstalter Klaus Klische und sein Team weiter auf „Qualität statt Quantität“, das ein hochkarätiges Fachpublikum aus Hotellerie, Gastronomie und Catering ansprach.
Das neue Konzept ist ein bewusster Gegenentwurf zur klassischen Messewelt: keine Hektik, keine Anonymität, stattdessen vier Tage lang echte Begegnungen auf Augenhöhe, geschaffen für gute Fachgespräche, neue Ideen und Kooperationen, die die Branche insgesamt voranbringen.
Die verschiedenen Themenbereiche – vom Community Table über den Coworking Space bis hin zu Digital, Start Me Up oder Meat Club – boten vielfältige Anknüpfungspunkte für Austausch und Inspiration. Live-Demonstrationen, Konzeptideen und innovative Produkte sorgten dabei für neue Impulse für die Branche.
Next Stopp: Roadshow 2026 in Berlin, Frankfurt und München
Am 6. Oktober startet einne dreieilige Roadshow der 370GRAD in den Design Offices Berlin Humboldthafen, am 20. Oktober im Ruderclub Germania Frankfurt und am 27. Oktober in den Design Offices München Macherei.
Weitere Informationen zur 370GRAD erhalten Sie unter: https://www.370grad.vision/.


